Reichenauer Strasse 149, Innsbruck

Projektdaten

Verfahren
Wettbewerb
Bauherr
Innsbrucker Immobilien Service GmbH
Roßaugasse 4
6020 Innsbruck
Auftraggeber
Innsbrucker Immobilien Service GmbH
Roßaugasse 4
6020 Innsbruck
Ort
Reichenauer Strasse 149, 6020 Innsbruck
Planungsbeginn
10/2023
Baubeginn
Fertigstellung
Baukosten
keine Angabe
Auftragsumfang
Wettbewerb gemeinsam mit WÖHRER ARCHITEKTUR ZT GmbH

Um jungen Menschen sowie Studierenden modernen und leistbaren Wohnraum zu bieten, wurde in Innsbruck zwischen dem Stadtentwicklungsgebiet Campagne – Reichenau und der Innpromenade ein Quartier mit fünf Baukörpern geplant. Die Grundidee vereint die innere und die äußere Sicht auf das Projekt: Durch die Aufteilung in einzelne Baukörper nach den vorgesehenen Grundfunktionen – Wohnheim, Wohngemeinschaften und Mikrowohnungen – kann sich das Quartier zum angrenzenden Stadt- und Naturraum öffnen und die vorhandenen Sicht- und Wegverbindungen konsequent aufnehmen. Auch der klassische Wohnungsbau (Junges Wohnen) erhält seine eigene Sprache und Ausgestaltung.

Der Wohnturm an der Reichenauer Strasse interpretiert das Thema Mikrowohnen mit einer „aufgeklappten“ Fassade aus Mikrobalkonen. Die spielerische Anordnung erzeugt ein bewegtes Fassadenmuster mit wechselndem Licht- und Schattenspiel. Die zwei breit gelagerten Baukörper mit Wohnungen und Wohngemeinschaften ziehen die Freiräume in Form von teils verglasten Loggien in ihr Volumen hinein. Die hochfliegenden Wohnbereiche werden von der gemeinsamen Sockelzone vereint und mit einer naturbezogenen Gestaltung aus Holz und vielfältigen Begrünungen geerdet. Die großzügigen Verglasungen sorgen durch gezielte Durch- und Einblicke für offene und einladende Räume im gesamten Quartier.
Eine Besonderheit bietet das Wohnheim für Studierende: Die Zimmer sind hier geschossweise in Wohnclustern gruppiert, die sich jeweils einen halbprivaten Gemeinschaftsbereich teilen. Die großzügigen Ausblicke und der Lichteinfall zwischen den Baukörpern wird auch von den privaten Freibereichen für alle Wohnungen, Wohngemeinschaften, Mikrowohnungen und Cluster genutzt.
Die Tiefgarage ist aus allen Stiegenhäusern direkt erreichbar und über eine Außenstiege mit den öffentlichen Freibereichen verbunden. Das gesamte Areal kommt dadurch weitgehend ohne motorisierten Individualverkehr an der Oberfläche aus.
Die Gestaltung als neue interne Promenade wird mit einem Restaurant, Bäckerei, Kinderspielplatz und Jugendzentrum umgesetzt.

Im Sinne eines nachhaltigen, ressourcenschonenden Gesamtkonzepts ist der Anteil unversiegelter Flächen generell so groß wie möglich angesetzt. Ein zentraler Erdkoffer nimmt die Entwässerung der Dachflächen und Freibereiche auf. Der großzügige Grünraum wird in die Vertikale erweitert. Auf dem Sockel und am Hofhaus entsteht so ein zweiter grüner Layer, der so die sommerliche Überwärmung begrenzt und das Mikroklima verbessert.
Die Konzeption eines Holzhybridbaus trägt zudem wesentlich zur Ressourcenschonung bei. Die aufgelöste Tragstruktur wirkt sich ebenfalls nachhaltig aus, da flexible Umstrukturierungen und Umnutzungen über den gesamten Lebenszyklus der Gebäude ermöglicht werden.